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  • Martin Seer

Atmen, einfach atmen

10.000 bis 20.000 Liter am Tag - wir können es nicht sehen, und dennoch dringt es in unsere Lungen ein und wieder aus. Wir können es ab und an spüren, aber die meiste Zeit nehmen wir es gar nicht wahr. Es geht um Luft und darum, dass wir sie den ganzen Tag ein- und ausatmen. Und das tun wir einen Großteil der Zeit ohne es zu merken - unterbewusst.

Hast du einmal darauf geachtet, wann du atmest, und wann nicht? Die meiste Zeit machen wir uns keine Gedanken über das Atmen. Jedoch denken wir oft daran, wenn wir Seitenstechen bekommen, oder uns sportlich aktivieren oder aufgeregt sind. Vielleicht hast du auch einmal bei anderen Menschen beobachtet, wie sie atmen, beim Sitzen, schlafen, essen, gehen. Manche Menschen halten auch die Luft an bei bestimmten Bewegungen, Anstrengungen oder in gewissen Situationen.



Warum ist das so? Und wirkt sich die Atmung auf unser Wohlbefinden und unsere Leistung aus?


Bei alldem, was ich hierzu finden konnte, gibt es einen konkreten Zusammenhang mit der Atmung und der Stresssituation in unserem Körper. Generell heißt es hier, dass ruhiges, tiefes Atmen zur Entspannung führt, flaches und schnelles Atmen hingegen zur Anspannung.

Im Grund kannst du diese Regel anwenden: Bist du gestresst, aufgeregt oder nervös, halte kurz inne. Schließe, wenn es für dich passt, deine Augen, nimm deinen Körper wahr und nimm wahr, warum du gerade gestresst, aufgeregt oder nervös bist. Atme tief ein und wieder aus. Aber achte beim Atmen darauf, dass du in deinen Bauch einatmest. (siehe die Übung unten). Atme länger aus, als du eingeatmet hast.


- In diesem Buch findest du einige nützliche Atemübungen -


So einfach?

Ja - so einfach ist das. Lass mit der Ausatmung deine Anspannung los, komme ins hier und jetzt. In der Gegenwart gibt es keine Ängste, keine Sorgen. Es gibt dich und deinen Körper. Und was nützt es dir jetzt, Angst, Stress oder andere negative Gefühle zu haben.


Aber nicht nur in diesen Situationen können dir Atemübungen helfen. Nehmen wir das Thema Sport: In meiner Vergangenheit habe auch ich öfters mit dem Seitenstechen zu kämpfen – beim Laufen, Schwimmen, Radfahren... bei fast allen Sportarten. Und ich habe mich immer gefragt, warum das so ist und wieso ich es nicht in den Griff bekam. Die Tipps, dass ich zu flach atme, habe ich beherzigt, jedoch wusste ich trotzdem nicht, wie ich meine Atmung "umprogrammieren" kann, sodass ich unterbewusst auch zu einer guten Atmung komme. Und dann, nach einigen Yoga Stunden, sind mir grundlegende Erkenntnisse für die Atmung gekommen:

  1. Flach atmen Du erkennst es oft daran, dass sich deine Schultern beim Einatmen nach oben ziehen. Man atmet dann in die Brust oder sogar "in die Schultern" (was echt phänomenal ist) ein und aus. Dein Bauch wird gar nicht genutzt, und damit nutzt du auch nicht das volle Potenzial für das Einatmen.

  2. Nur durch die Nase oder nur durch den Mund Sicherlich muss das jeder für sich selbst testen. Ich atme in der Regel durch die Nase ein und aus. Wenn ich Sport treibe, ändert sich das, ich atme durch die Nase ein und durch den Mund aus. Wenn die Belastung noch stärker wird, atme ich durch den Mund ein und durch den Mund wieder aus. Es hängt bei mir also von der Intensität ab.

  3. Zu hastig atmen Das Einatmen glich eher einer Schnappatmung. Die Ausatmung war unkontrolliert, da der Körper sich schon wieder nach der nächsten Sauerstoffladung sehnte.

Wie kommst du nun zu einer ruhigen, gleichmäßigen und tiefen Atmung? Mein effektivster Weg dorthin waren Atemübungen. Die Atemübungen praktiziere ich regelmäßig, um das Gefühl für meine Atmung zu verbessern.




Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Vielleicht bist du Schwimmer. Ich jedenfalls gehe regelmäßig schwimmen. Und beim Schwimmen gibt es einen Moment, wo der Kopf über Wasser ist. -> Einatmen - zügig, so viel wie geht, in den Bauch und in die Brust. Dann taucht der Kopf wieder ab unter Wasser. Je nachdem, wie viele Arm Züge jetzt gemacht werden, muss ich meine Luft schneller oder langsamer wieder ausatmen. Nehmen wir an, ich mache 3 Kraulzüge. Die Luft strömt kontrolliert aus der Nase und dem Mund. So langsam, dass ich keine Atemnot bekommen und so schnell, dass meine Lunge für den nächsten Atemzug entleert ist. Unter Wasser lässt sich das Spektakel der Atmung gut beobachten und kontrolliert üben.

Wenn du jedoch kein Schwimmer bist, kannst du es auch in einer Atemübung im Sitzen praktizieren! :-). Here we go:


  1. Setze dich in einem bequemen Sitz. Nimm dir kurz Zeit, um bei dir anzukommen

  2. Atme ruhig – Tief in den Bauch hinein, und tief wieder aus. Atme dabei länger aus als du einatmest. Beispiel: 4 Zähleinheiten einatmen, 6-8 Zähleinheiten ausatmen und dabei ganz bewusst in den Bauch atmen. Lege hierzu deine Handfläche auf deine Bauchdecke und beobachte, wie sie sich hebt und senkt.

  3. Lerne damit deinen Atem zu kontrollieren und deinen Ruhepuls zu stärken. So schaffst du es, auch nach längeren Konditionsübungen deinen Puls schneller wieder zu beruhigen.

Als Kampfsportler wende ich mich zudem gerne den Übungen des Qi Gong zu. Neben den Atemtechniken werden dabei Bewegungsabläufe durchgeführt, bei der du dich für deine Energie und den Fluss des Körpers sensibilisierst. Ein Blick in die Übungen hinein lohnt sich auf alle Fälle!



Viele Spaß beim Austesten!

#machdichstark

Martin


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